Programm AIEF


Programm AIEF

(hier auch zum Download)

 

Weltbürger:innen gesucht!

Austauschprogramm International

Engagierter Fachkräfte – AIEF

 

Getragen von zivilgesellschaftlichen und kommunalen Organisationen weltweit:
- zur gemeinsamen Bewältigung globaler Herausforderungen
- zur weltweiten Stärkung zivilgesellschaftlicher Organisationen
- zum Aufbau globaler, solidarischer Partnerschaften.

PROGRAMMSKIZZE (Stand 01.04.2021)

Einordnung und Begründung:

Der vorliegende Programmvorschlag fügt sich ein

  • in die Maßnahmen zur Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) und des Pariser Klimaabkommens
  • in die Diskussion um die Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels in der internationalen Zusammenarbeit
  • in die Ziele des Koalitionsvertrages vom Februar 2018 (zivilgesellschaftliches Engagement stärken und Austauschprogramme weiter ausbauen) und in die Zukunftscharta der Bundesregierung
  • in die Umsetzung der Zivilgesellschaftsstrategie des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und die Ziele des gemeinsamen Papiers des BMZ und des Verbandes Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V. (VENRO) vom Oktober 2017 (SDGs erreichen – Zivilgesellschaft stärken).

Zur Bewältigung der sich zunehmend verschärfenden globalen Krisen bedarf es einer global vernetzten, starken Zivilgesellschaft. Menschen sind weltweit für die Wahrnehmung einer aktiven Rolle im anstehenden tiefgreifenden sozialen, ökologischen und ökonomischen Transformationsprozess zu gewinnen.

1. Der ded-freundeskreis
… wurde 2007 von ehemaligen Angehörigen des DED als e.V. mit dem Ziel gegründet, durch Stärkung der weltweiten partnerschaftlichen personellen Zusammenarbeit einen Beitrag zur global nachhalti gen Zukunftssicherung zu leisten.

2. Die Weltgesellschaft
ist mit vielfältigen, sich verschärfenden Krisen konfrontiert. Milliarden von Weltbürger:innen werden grundlegende Menschenrechte vorenthalten. Kriege und Flüchtlingsdramen nehmen erschreckende Ausmaße an. Wachstumsfetischismus, grenzenloser Raubbau an den natürlichen Ressourcen und dramatische Klimaveränderungen gefährden die Überlebenschancen zukünftiger Generationen.

3. Das Ziel Stärkung der Zivilgesellschaften weltweit …
… erkennen wir als unverzichtbar für die Überwindung der Krisen und die Bewältigung globaler Herausforderungen (s. SDGs und Pariser Klima-Abkommen). Der wechselseitige Austausch von Fachkräften im Sinne des Voneinander-Lernens und Miteinander-Arbeitens ist dabei ein wichtiger Baustein.

Durch Begegnung, Erfahrungsaustausch und gemeinsame Entwicklung kontextgerechter Problemlösungen im globalen Süden wie im globalen Norden werden das Verständnis füreinander gefördert und die Zivilgesellschaften dort wie hier gestärkt. Einer kritischen entwicklungs-politischen Informations- und Bildungsarbeit, die auf ein „Neues Denken und Handeln“ im Sinne eines menschenwürdigen und nachhaltigen Umbaus der Weltgesellschaft zielt, kommt dabei hohe Bedeutung zu.

4. Das Kooperations- und Austausch-Programm soll …

  • zivilgesellschaftlichen Organisationen (ZGO) und kommunalen Verbänden im globalen Süden wieim globalen Norden die Möglichkeit geben, qualifizierte, engagierte und solidarische Fachkräfteauf Zeit untereinander auszutauschen;
  • Vorhaben fördern, in denen sich Fachkräfte, integriert in die jeweiligen Partnerstrukturen, für
    soziale Gerechtigkeit, präventive Konfliktlösungen und eine nachhaltige Entwicklung ohne Um-
    weltzerstörung, Ausbeutung und Hunger in der Welt einsetzen;
  • die Zusammenarbeit nachfrageorientiert gestalten und Freiräume für Innovation und Kreativität
    schaffen. Die Fachkräfte sollen Lösungen gemeinsam mit ihren Partnern und Zielgruppen vor Ort - mit einem kritischen „Blick von außen“ - kontextgerecht und auf Augenhöhe entwickeln;
  • Brückenfunktionen zwischen Staat und Zivilgesellschaft, insbesondere auf lokaler und regionaler Ebene, zwischen zivilgesellschaftlichen Organisationen des globalen Südens und globalen Nordens sowie zwischen denen des globalen Südens übernehmen können;
  • die in ihre Heimatländer rückkehrenden Fachkräfte dabei unterstützen, sich in der Informations-
    und Bildungsarbeit zu engagieren und so mit ihren interkulturellen Erfahrungen zu notwendigen
    strukturellen Veränderungen und dem Aufbau einer Weltbürger:innengesellschaft beizutragen.

5. Primäre Kooperationsfelder für die Erreichung der Nachhaltigkeits- und Klimaziele sind

      Energie-Klima-Umwelt, Fairer Handel, Gemeinwohlökonomie und Genossenschaftswesen, Friedens- und Menschenrechtsarbeit, entwicklungspolitische Bildungsarbeit, kommunale Entwicklung, Gewerkschaftsarbeit, Gesundheit und Soziales, berufliche Bildung, Erwachsenenbildung und Kultur. Besondere Bedeutung kommt der Reduzierung und dem Abbau von Fluchtursachen sowie dem Schutz und der gesellschaftlichen Integration von Flüchtlingen zu.

Zu Trägerschaft und Finanzierung, Struktur und Arbeitsweise des Programms schlagen wir vor

  • gemeinsame Konzeptentwicklung mit interessierten Organisationen der Zivilgesellschaft
  • Abstimmung mit zuständigen Ministerien der Bundesregierung
  • zivilgesellschaftliche Trägerschaft bei maßgeblich öffentlicher Finanzierung
  • Nutzung vorhandener und Schaffung rechtlicher Rahmenbedingungen
  • Durchführung durch die beteiligten Organisationen der Zivilgesellschaft und kommunalen
    Verbände im Rahmen strategischer Partnerschaften
  • Nutzung vorhandener Einrichtungen/Verbände der Zivilgesellschaft für operative Aufgaben und als Servicestelle, die die beteiligten Organisationen konzeptionell, finanziell, bei der Vernetzung sowie der Vorbereitung und Rückkehrer:innenarbeit unterstützen.

Durch die Nutzung und Vernetzung vorhandener Institutionen, Strukturen und Instrumente kann und soll auf die aufwendige und kostenintensive Neugründung von Organisationen verzichtet werden.

6. Bisheriger Prozess der Programmkonzipierung und Umsetzung

  • Nach konzeptioneller Vorarbeit des ded-freundeskreises (DED-FK) trat er mit seinen Programmvorstellungen an die Öffentlichkeit und führte Gespräche im zivilgesellschaftlichen, ministeriellenund politischen Raum.
  • Eine „Studie/Bestandsaufnahme internationaler Programme für Entsendung und Austausch engagierter Fachkräfte“ wurde vom DED-FK in Auftrag gegeben. Inhalte, Formen und Realisierungspotenziale wurden im Rahmen Runder Tische erörtert.
  • Die große Mehrzahl der zivilgesellschaftlichen Organisationen, denen wir das Programm vorstellten, zeigte sich an einem solchen Austauschprogramm interessiert. Eine weitere Konkretisierung und Umsetzung wurde in Abhängigkeit der unter Punkt 7 genannten Voraussetzungen gesehen.
  • Seitens des BMZ wurde der Programmvorschlag als innovativ und zukunftsweisend eingestuft.
  • Diesbezügliche Erfahrungen sammelt derzeit bereits die AGEH/jetzt AGIAMONDO mit ihrem Weltdienst.

7. Zur weiteren Umsetzung

Der oben beschriebene Prozess macht deutlich, dass die Umsetzung unseres Vorhabens eines verbindlichen organisatorischen, institutionellen, finanziellen und rechtlichen Rahmens sowie entsprechender Unterstützungsstrukturen bedarf.

  • Parallel zu den ersten Erfahrungen ist die Sicherstellung einer fünfjährigen Rahmenfinanzierung (etwa aus einem Innovationsfonds der Bundesregierung oder einem neuen, eigenständigen Titel des BMZ) anzustreben.
  • Ebenso wäre eine zunächst einjährige Feasibility-Phase (für Dialog- und Konzeptualisierung) vorzusehen, während derer alle konzeptionellen, rechtlichen, vertraglichen, finanziellen und organisatorischen sowie Fragen der Vorbereitung und Rückkehrer:innenbegleitung in enger Abstimmung mit den teilnehmenden Organisationen und ihren Partnern:innen im globalen Süden zu klären sind.
  • Darauf sollte eine vierjährigen Pilot- und Erprobungsphase mit abschließender Evaluierung und Empfehlungen für die weitere Etablierung des Programms folgen.

Kontakt: Adelbert Eberhardt, Vorsitzender des ded-freundeskreises
kamerun2000 [at] freenet.de

 

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